Angstverhalten
Viele Katzenhalter kennen diese Situation nur zu gut: Schon das Hervorholen der Transportbox löst bei Ihrer Katze Alarmstimmung aus. Plötzlich ist sie unauffindbar oder es beginnt ein nervenaufreibender Kampf, sie in den Korb zu setzen. Aus Sorge, Ihrer Katze diesen Stress zu ersparen, wird der Tierarztbesuch oft hinausgezögert oder sogar vermieden.
Dabei ist es wichtig zu verstehen: Angst ist für Ihre Katze kein „typisches“ Verhalten, das einfach toleriert werden sollte, sie bedeutet echtes Leid. Viele Katzen leiden still, weil ihre Angst vom Menschen als normal oder unproblematisch angesehen wird. Doch jede Katze, die dauerhaft in Angst lebt, erfährt Stress und Einschränkungen, die ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.
Warum Angst ein normaler Mechanismus ist
Angst ist eine ganz normale und sinnvolle Emotion – auch bei Katzen. Sie warnt vor möglichen Gefahren und löst eine schnelle Reaktion aus, meist Flucht. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Bedrohung tatsächlich gefährlich ist oder nur als solche wahrgenommen wird. Für Ihre Katze kann der Staubsauger genauso bedrohlich wirken wie ein echtes Raubtier.
Das Problem entsteht, wenn Ihre Katze ständig flüchtet und so nie die Chance bekommt, neue Erfahrungen zu sammeln. Ohne diese Erfahrungen kann sie nicht lernen, dass von der vermeintlichen Gefahr möglicherweise keine reale Bedrohung ausgeht. Mit jedem erneuten Auftreten des Auslösers verstärkt sich die Angst, sie wird dauerhaft bestehen bleiben.


Typische Anzeichen für Angst bei Ihrer Katze
Sie können Angst oft an der Körpersprache und dem Verhalten Ihrer Katze erkennen:
geduckte oder niedrige Körperhaltung
eingezogener oder gekrümmter Schwanz
große, geweitete Pupillen
gesenkte oder angelegte Ohren
Kopf niedrig gehalten oder eingezogen
Erstarren oder plötzliches Verstecken
vermehrtes Speicheln
unkontrollierter Kot- oder Urinabsatz
schwitzige Pfoten
Ausgeprägte Angststörungen
Einige Katzen entwickeln stärkere Angststörungen, die ihr tägliches Leben deutlich beeinträchtigen können.
Man unterscheidet:
Phobien – Angst, die klar an bestimmte Auslöser gebunden ist, z. B. Geräusche, Gegenstände oder bestimmte Situationen.
Generalisierte Ängste – scheinbar dauerhafte Anspannung ohne erkennbaren Auslöser. Die Angst kann plötzlich auftreten, oft ohne offensichtlichen Grund.
Beide Formen wirken sich negativ auf die Lebensqualität Ihrer Katze aus und können zu chronischem Stress führen.
Viele Katzen leiden still
Nicht immer ist Angst für Menschen sofort sichtbar. Manche Katzen ziehen sich zurück, wirken still oder „unauffällig“. Andere zeigen ihr Unwohlsein deutlicher, doch die Halter erkennen nicht, dass es wirksame Unterstützungsmöglichkeiten gibt.
Es ist wichtig zu wissen: Die Angst Ihrer Katze ist real und belastend – sie leidet daran, auch wenn sie stumm bleibt. Das Ignorieren oder Tolerieren des Verhaltens erleichtert weder das Leben der Katze noch das Zusammenleben mit Ihnen.
Der erste Schritt: tierärztliche Abklärung
Bevor man gezielt an Angst arbeitet, sollte Ihre Katze tierärztlich untersucht werden, um körperliche Ursachen wie Schmerzen oder Krankheiten sicher auszuschließen.
Ist Ihre Katze gesundheitlich unauffällig, können die Ursachen der Angst gezielt angegangen werden. Als Katzenverhaltensberaterin unterstütze ich Sie dabei, die Ängste Ihrer Katze zu verstehen und gemeinsam einen individuellen Weg zu entwickeln, der:
