Hyperthyreose - Schilddrüsenüberfunktion

Hyperthyreose bedeutet, dass die Schilddrüse der Katze überaktiv ist und zu viele Hormone produziert. Diese Hormone steuern den Stoffwechsel, also die Geschwindigkeit, mit der der Körper Energie verbraucht. Bei einer Überfunktion läuft dieser „Motor“ ständig auf Hochtouren – das beeinflusst Herz, Nieren, Verdauung und sogar das Verhalten der Katze.

Wann und wie tritt Hyperthyreose auf?

Hyperthyreose tritt fast ausschließlich bei älteren Katzen auf, meist ab 10 Jahren. In seltenen Fällen können auch jüngere Katzen betroffen sein. Die Erkrankung entwickelt sich meist langsam über Monate oder Jahre, sodass die Veränderungen oft zunächst unbemerkt bleiben.

Ursachen:

  • Meist gutartige Wucherungen der Schilddrüse (Adenome).

  • Seltener bösartige Tumore.

  • Umwelt- und Futterfaktoren, z. B. jodreiche Nahrung.

  • Genetische Veranlagung kann eine Rolle spielen.

Die Krankheit entsteht oft schleichend: Zuerst produziert die Schilddrüse nur geringfügig mehr Hormone, später steigt die Hormonmenge deutlich an.

Symptome:

Die Symptome ergeben sich direkt aus dem überaktiven Stoffwechsel:

  • Gewichtsverlust trotz gutem Appetit: Die Katze verbrennt Energie schneller, als sie aufnehmen kann.

  • Vermehrtes Trinken und Urinieren: Der Stoffwechsel wirkt auf Nieren und Harnwege, wodurch die Katze häufiger trinken muss.

  • Unruhe, Nervosität, gesteigerte Aktivität: Der Körper „läuft heiß“, die Katze ist ständig in Bewegung.

  • Herzprobleme: Ein schneller Herzschlag oder Herzrhythmusstörungen entstehen durch den erhöhten Energiebedarf des Herzens.

  • Veränderungen im Fell: Stoffwechselstörungen wirken sich auf Haut und Fell aus, sodass es struppig, glanzlos oder dünner wird.

  • Unsauberkeit: Manche Katzen verlieren die Routine oder haben Blasenprobleme durch Stress und Hormonveränderungen.

  • Aggression oder Reizbarkeit: Manche Katzen reagieren gereizt oder aggressiv, weil sie sich durch das ständige „innere Hochfahren“ unwohl fühlen. Sie können plötzlich schnappen oder fauchen, auch gegenüber bekannten Menschen oder Artgenossen.

Da diese Symptome langsam auftreten, bemerken Halter oft erst, dass etwas nicht stimmt, wenn die Katze schon stark abgenommen hat oder das Verhalten deutlich verändert ist.

Diagnose:

Die Diagnose erfolgt durch den Tierarzt in mehreren Schritten:

  • Körperliche Untersuchung: Abtasten der Schilddrüse am Hals, um Vergrößerungen zu erkennen.

  • Blutuntersuchung: Messung des Schilddrüsenhormons T4. Ein erhöhter Wert bestätigt die Hyperthyreose.

  • Zusatztests: Blutdruckmessung, Herz- oder Nierenuntersuchungen, um Begleiterkrankungen auszuschließen.

  • Frühzeitige Diagnose ist besonders wichtig, weil unbehandelte Hyperthyreose Herz und Nieren stark belasten kann.

Therapie:

Es gibt mehrere Behandlungsmöglichkeiten, die individuell auf die Katze abgestimmt werden:

  • Medikamentöse Behandlung:
    Spezielle Tabletten hemmen die Hormonproduktion. Sie müssen oft täglich gegeben werden und erfordern regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt.

  • Jodarme Diät:
    Bestimmtes Futter kann den Schilddrüsenhormonspiegel senken, da Schilddrüse für die Hormonproduktion Jod benötigt. Diese Diät ersetzt jedoch nicht immer Medikamente.

  • Operation:
    Bei einer klar begrenzten Wucherung kann die Schilddrüse chirurgisch entfernt werden. Risiken bestehen besonders bei älteren Katzen oder wenn andere Krankheiten vorliegen.

  • Radiojodtherapie:
    Überaktive Zellen werden gezielt mit radioaktivem Jod zerstört. Dies ist oft die effektivste Methode, aber nicht überall verfügbar.

Wichtig: Die Therapie muss individuell gewählt werden, je nach Alter, Gesundheitszustand und möglichen Begleiterkrankungen.

Hyperthyreose kann andere Organe stark belasten:

  • Herzprobleme: Herzrhythmusstörungen, vergrößertes Herz oder Herzschwäche.

  • Nierenprobleme: Erhöhte Hormonspiegel belasten die Nieren, besonders bei schon geschädigten Nieren.

  • Bluthochdruck: Kann Sehnerven oder Herz schädigen, unbehandelt gefährlich.

Deshalb sind regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt entscheidend.