Hypertonie - Bluthochdruck
Hypertonie bedeutet, dass der Blutdruck der Katze dauerhaft zu hoch ist. Blutdruck ist der Druck, den das Blut auf die Wände der Blutgefäße ausübt. Ein zu hoher Druck kann die Blutgefäße und Organe schädigen, besonders Herz, Nieren, Augen und Gehirn. Bei Katzen wird von Hypertonie gesprochen, wenn der Blutdruck dauerhaft über etwa 160 mmHg liegt (systolischer Wert)
Wann und wie tritt Hypertonie auf?
Bluthochdruck kann bei Katzen primär oder sekundär auftreten:
Primäre Hypertonie: Sehr selten. Hier steigt der Blutdruck ohne erkennbare Ursache. Forscher vermuten eine genetische Veranlagung oder altersbedingte Veränderungen der Blutgefäße.
Sekundäre Hypertonie: Häufiger. Sie tritt auf, wenn andere Erkrankungen den Blutdruck erhöhen, zum Beispiel:
Chronische Nierenerkrankung (CNI): Nieren regulieren den Flüssigkeits- und Salzhaushalt. Sind sie geschädigt, kann der Blutdruck steigen.
Hyperthyreose (Überfunktion der Schilddrüse): Ein Zuviel an Schilddrüsenhormonen beschleunigt den Stoffwechsel und kann den Blutdruck erhöhen.
Herzkrankheiten: Eine geschwächte Herzfunktion kann den Blutdruck beeinflussen.
Diabetes mellitus: Zuckerstoffwechselstörungen wirken sich langfristig auf Blutgefäße aus.
Risikofaktoren:
Alter: Katzen ab 7–8 Jahren sind häufiger betroffen
Vorhandene Erkrankungen wie Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen
Übergewicht und Stress können den Blutdruck zusätzlich erhöhen
Symptome einer Hypertonie
Hypertonie ist oft „still“ – viele Katzen zeigen lange keine Symptome. Wenn die Erkrankung fortschreitet, können folgende Anzeichen auftreten:
1. Augenprobleme:
Plötzliche Blindheit, Lichtempfindlichkeit oder Augenflimmern
Netzhautablösungen, Blutungen im Auge, vergrößerte Pupillen
2. Neurologische Symptome:
Kopfschiefhaltung oder Schwindel
Gleichgewichtsstörungen oder unkoordinierte Bewegungen
Krampfanfälle oder vorübergehende Lähmungen
3. Herz- und Kreislaufzeichen:
Schnelle oder unregelmäßige Atmung
Schwäche, Müdigkeit oder Lethargie
4. Nierenbedingte Symptome:
Vermehrter Durst und vermehrtes Urinieren
Gewichtsverlust trotz normalem Appetit
Appetitlosigkeit, Erbrechen
5. Verhaltensänderungen:
Rückzug, Aggressivität oder Unruhe
Verminderte Aktivität oder Spielunlust
Diagnose
Der Tierarzt kann Hypertonie nicht allein anhand von Symptomen feststellen, da diese unspezifisch sind. Diagnosemethoden umfassen:
Blutdruckmessung:
Meist mit einem speziellen Gerät am Schwanz oder an der Pfote
Wichtig: Blutdruck kann bei Stress vorübergehend steigen („weiße-Kittel-Effekt“), deshalb oft mehrere Messungen
Blut- und Urinuntersuchungen:
Zur Kontrolle von Nieren- und Schilddrüsenfunktion
Untersuchung auf Eiweiß im Urin oder erhöhte Kreatinin-Werte
Augenuntersuchung:
Untersuchung der Netzhaut auf Schäden durch hohen Blutdruck
Kann Hinweise auf Dauer und Schwere der Hypertonie geben
Herzuntersuchung:
Ultraschall oder Röntgen, um Herzvergrößerung oder -schäden zu erkennen
Therapie
Die Behandlung zielt darauf ab, den Blutdruck zu senken und Organschäden zu verhindern.
1. Medikamente:
Amlodipin: Häufig eingesetztes blutdrucksenkendes Mittel
Gegebenenfalls zusätzliche Medikamente bei Herzproblemen
2. Behandlung der Grunderkrankung:
Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen müssen parallel therapiert werden
Bei Diabetes oder Herzproblemen: entsprechende Anpassung der Therapie
3. Lebensstil & Kontrolle:
Regelmäßige Blutdruckkontrollen (meist alle 3–6 Monate)
Blut- und Urinuntersuchungen zur Kontrolle der Nierenwerte
Augenkontrolle zur Früherkennung von Schäden
Ziel: Den Blutdruck auf ungefähr 140–160 mmHg zu senken, damit Organe geschützt werden.


